FAQs für Investoren

Wie ist die Idee zu Cleanwreck.org und 2HE entstanden?

Schon als Kind war ich vom Meer und vom Tauchen fasziniert und machte meine ersten Erfahrungen mit Pressluft am Rücken lange bevor ich 10 Jahre alt war. Schnell war ich in den Bann von Schiffswracks gezogen und was anfangs ein Hobby neben meiner Tätigkeit als selbständiger Mechatroniker war, wurde nach und nach zum Beruf und zur Berufung. Seit mehr als zehn Jahren und vieler tausend Tauchgänge habe ich mich voll und ganz auf das Technische Tauchen mit Kreislaufgeräten spezialisiert.

Je mehr Wracks ich ich im Laufe der Zeit erforschte desto mehr wurde mir bewusst wie viele von ihnen potenziell gefährlich für die Meeresfauna- und Flora sind. Viele lecken ständig hochgiftiges Schweröl und / oder sind vollgestopft mit giftiger Munition. Langsam wurde mir die Dimension dieser tickenden Umweltbomben bewusst. Also fasste den Entschluss, den Wettlauf gegen die Zeit aufzunehmen und überlegte mir wie und womit ich möglichst viele Wracks möglichst schnell aufspüren und untersuchen könnte. Das war der Startschuss für das Meeresschutzprojekt Cleanwreck.org und die Tec-Dive-Competence-Centers-2HE .

Was unterscheidet Sie von anderen Unternehmen die nach verschollenen Schiffswracks suchen?

Da muss man differenzieren zwischen Schatzsuchern, Anbietern von Tauchexpeditionen und Meeresschutz-NGOs. Mit Schatzsuchern haben wir nichts gemeinsam, weder Motiv noch Vorgehensweise. Mit anderen einschlägigen NGOs verbindet uns das gemeinsame Ziel des Meeresschutzes. Unsere Kernkompetenz das Technische Wracktauchen unterscheidet uns aber wesentlich von allen anderen. Wir haben Trainingsmethoden und Equipment entwickelt um tiefere, kompliziertere und dabei aber wesentlich sicherere Tauchgänge durchführen zu können, auch und ganz besonders an sehr abgelegenen Tauchspots.

Was ist das Tec-Dive-Competence-Center-2HE

Die 2HE-2– ist das weltweit erste Tec-Tauch-Expeditionsschiff. Sie ist ein 24 m Aluminium-Segelkatamaran und verfügt über eine mobile Dekompressionskammer, ein angeschlossenes Taucherbehandlungszentrum, eine Präzisions-Trimix-Misch- und Füllanlage, einen verschließbaren Moonpool, ein ROUV (Remotely Operated Vehicle), ein Side-Scan Sonar zur Wrackortung, eine Gasspeicherbank, wassergekühlte Tec-Air-Kompressoren und wird absolut emissionsfrei betrieben.

Was genau versteht man unter Tec-Tauchen?

Als Technisches Tauchen, oder auch Tec-Tauchen wird die Extremvariante des autonomen Tauchens bezeichnet. Durch aufwändige Ausbildung, laufendes Training und redundanter Ausrüstung die unter Umständen über 100kg außerhalb des Wassers wiegt, können wir standardmäßig in große Tiefen (+150m) tauchen. Als Tec-Taucher führen wir unser Atemgas – meist eine Mischung aus Helium, Sauerstoff und Stickstoff – selbst mit und sind nicht mit einem Schiff an der Oberfläche verbunden. Trotzdem sind wir auf professionellen Support von und an der Oberfläche angewiesen, insbesondere um schwierige Tauchgänge angemessen absichern zu können, wie zum Beispiel eine Dekompressionskammer.

Wer sind Ihre Zielkunden und welche Vorteile ergeben sich für diese aus Ihren Dienstleistungen?

Natürlich ganz klar Tec-Taucher. Der typische Tec-Taucher ist – statistisch gesehen – männlich, zwischen 30 und 45 Jahre alt, Angestellter in leitender Position oder Unternehmer. Immer deutlicher wird aber auch die Gruppe Älterer in unserer relativ jungen Extremsportart. Noch signifikanter ist der stetige Zuwachs an Tec-Taucherninnen, obwohl sie noch immer unter 5% sind. Diesem Publikum – im DACH-Raum sind das etwa 15.000 – 20.000 Tec-Taucher – bieten wir die Möglichkeit mit uns, an und in Wracks zu tauchen, die sonst niemand betauchen darf.

Wie binden Sie Ihre KundInnen in der Entwicklung Ihres Unternehmens ein?

Wir betrachten nicht nur unsere Kunden und Kundinnen sondern auch unsere Key Partner als Co-Creatoren, also als Mitgestalter und versuchen sie stark ans Unternehmen zu binden. Konkret heißt das hinsichtlich der Kunden, dass wir 500 Tec-Tauchern eine Mitgliedschaft anbieten mit der sie sooft und solange sie wollen die Services desTec-Dive-Competence-Center-2HE in Anspruch nehmen können und so, wann immer sie wollen auf und in „ihren“ Wracks tauchen können.

Also quasi eine Taucher-Flatrate? Wie regulieren Sie die Auslastung und „Fair Use“?

Genau, auch eine unserer Innovationen, eine Taucher-Flatrate! DasTec-Dive-Competence-Center-2HE ist kompromisslos als schwimmende Tauchbasis ausgelegt. Wir haben erst gar nicht versucht daraus eine „eierlegende Wollmilchsau“ zu machen. Damit unsere Co-Creatoren also genauso unvergleichlich wohnen wie sie mit uns tauchen, chartern wir für sie passende Yachten. Diese sogenannten Liveaboards werden ganz nach ihren individuellen Vorstellungen, von sportlich-einfach bis luxuriös, ausgewählt und extra berechnet werden. Das ermöglicht uns zum einen bis zu 30 Taucher optimal zu betreuen und zum anderen können wir über die Preisdifferenzierung der Chartergebühren die Auslastung regeln.

Wie wird Cleanwreck.org und das Tec-Dive-Competence-Center-2HE finanziert? Was genau ist Ihr Geschäftsmodell?

Das Geschäftsmodell ist eigentlich ziemlich simpel. Wir beanspruchen die Rechte an von uns lokalisierten Wracks. Insbesondere das Recht in ihnen zu tauchen, geben wir an unsere Co-Creatoren weiter. Mit ihrem Mitgliedsbeitrag und einer einmaligen Depotzahlung finanzieren sie die Anschaffung und den Betrieb der Tec-Dive-Competence-Centers-2HE. Alle anderen Erlöse, etwa aus Bergegut, mediale Rechte, etc. werden, sofern erforderlich, für die Dekontaminierung der Wracks und für weiter Schiffe verwendet.

Wie ist der Stand des Projekts?

Die letzten beiden Jahre war ich mit einem kleinen Segelboot (12m) hauptsächlich in der Adria und Ionischen Meer unterwegs. Gemeinsam mit mehreren Kollegen konnten ich bereits zwei, bislang verschollene Wracks lokalisieren, erste Untersuchungen zur Identifizierung durchführen und wichtige Erfahrungen mit dem Suchequipment sammeln. In den nächsten Wochen wird ein neues Boot, ein 11,5-m-Catamaran, umgebaut und tauchklar gemacht. Es ist wesentlich schneller, bietet mehr Platz an Deck und ermöglicht dadurch deutlich größere Bereiche in der gleichen Zeit abzusuchen. Bis nächstes Jahr werden die „neuen“ Wracks identifiziert und soweit erschlossen sein, dass erste Expeditionen mit Co-Creatoren durchgeführt werden können.

Was sollte ein Investor der in Ihr Unternehmen investiert mitbringen, was ist das
gesuchte Kapital und wofür wird es verwendet werden?

Mir ist es besonders wichtig, dass alle Menschen, die an diesem Projekt beteiligt sind, wirklich mit mir im Boot sitzen. Das heißt, genauso wenig wie ich Angestellte habe und haben werde, sondern nur Partner die auch Miteigentümer sind, wünsche ich mir auch Investoren, die einen direkten Bezug zu dem was wir tun haben. Natürlich müssen das nicht notwendigerweise Tec-Taucher sein und natürlich müssen sie nicht notwendigerweise immer und überall vor Ort dabei sein, aber es sollen eben Menschen sein, die eine Affinität zum Tauchen, zu Schiffswracks oder zum Meeresschutz haben und damit vom Projekt auch einen Mehrwert für sich haben.

Gesucht werden € 200.000 für 50% der 2HE-2. Das Kapital wird für die laufende Suche nach weiteren Wracks und die Erforschung der beiden bereits lokalisierten eingesetzt. Mit drei bis vier attraktiven, exklusiven Wracks, gewinnen wir die ersten 250 Co-Creatoren. Mit deren Depotzahlungen können wir den Bau der 2HE-2 in Angriff nehmen.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir betreiben intensive F&E auf dem Gebiet der Dekompressionstheorie und zu innovativem Tauchequipment. Im Moment arbeiten wir gerade an einer Machbarkeitsstudie für ein Spezial-Taucher-U-Boot, aus dem – im Gegensatz zu konventionellen Forschungs-U-Booten – Taucher in bis zu 350m Tiefe aussteigen und wieder zurückkehren können. Sehr spannend! Damit könnte ein ganz neues Kapitel im Technischen Tauchen aufgeschlagen werden. Konkreter sehe ich die Zukunft der Tec-Dive-Competence-Center-2HE. Die 2HE-2 ist ja als Prototyp und gleichzeitig als Pilotprojekt gedacht. Wenn alles planmäßig läuft werden in 5 Jahren bereits die ersten Schwesternschiffe, die 2HE-3, 2HE-4, usw. rund um den Globus im Einsatz sein und in der Taucherszene wird es zum guten Ton gehören eine Wrackpatenschaft zu haben, mit der man die Dekontaminierung gefährlicher Schiffswracks unterstützt.